Es ist historisch nur ein Verkauf des alten Pfarrhauses im Jahre 1608 belegt, nämlich dass dieses vom Abt und Convent des Klosters Schöntal für 140 fränkische Gulden an einen ortsansässigen Bauern verkauft wurde.
Nachdem dieses bisherige Pfarrhaus verkauft war, ließ Abt Theobald I 1609 ein neues Pfarrhaus erbauen. Dieses ist das heutige, im Westen der Kirche gelegen mit rechteckigem Grundriss und zwei ausgeprägten Schauseiten nach Süden (Giebel) und Westen. Das Erdgeschoss wurde in verputztem Bruchsteinmauerwerk und Eckquadern errichtet. Über das mächtig ausladende Profil erhebt sich das reiche Fachwerkobergeschoss. Dieses Fachwerk wurde 1956 freigelegt.
Bis 1974 beherbergte das Pfarrhaus die Geistlichen der Pfarrgemeinde. Durch Änderung der kirchlichen Organisationsstruktur hat die Kirchengemeinde Oberkessach inzwischen keinen eigenen Pfarrer mehr. Das Pfarrhaus wird daher an Privatpersonen vermietet.
Das Erdgeschoss des Pfarrhauses dient jedoch auch heute noch kirchlichen Zwecken: Hier ist die Pfarrbücherei zu finden, die von Monika Keilbach betrieben wird und ca. alle vier Wochen geöffnet ist. Auch die Kleider der Sternsinger und andere kirchliche Gegenstände werden hier aufbewahrt.
